Saarländische Notizen

Saarländischer Fasching geht auf die Tradition des Faschismus zurück. In einem Saal mit einer dem Berliner Sportpalast nachempfundenen Sitzordnung macht ein Redner mit Klumpfuß oder anderen Gebrechen (dicke Brille, schlimmes Gebiss) sexistische und rassistische Bemerkungen, die seit Jahrzehnten um die immer drei gleichen Themen kreisen: A. China-Restaurants servieren Hundefleisch. B. Der Papst ist in Ordnung, aber seine Frau ist bösartig. C. Pfälzer verunglücken beim Milchtrinken tödlich, wenn die Kuh sich setzt.

Die vom totalen und radikalen Frohsinn aufgepeitschten Massen geraten dabei in Ekstase, erheben nach jedem gelungenen Angriff auf die Lachmuskeln den rechten Arm zum Gruß und rufen im Stakkato eines „Sieg Heil!“ ein seltsam welsches „Allez, hopp!“ Nach einigen Tagen hört der Spuk von alleine auf, ohne dass alliierte Truppen einschreiten müssen.

via Saarländische Notizen | Hans Hütt.

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